Bilder lesen und richtig verstehen

„Was wollte uns der Autor damit sagen?“ - sicherlich haben alle diese Frage mindestens einmal gestellt. Lassen Sie uns nun über das Dekodieren von Bildern sprechen.

Lesen Sie den Titel. Gehen Sie so nah wie möglich an das Bild heran. Schauen Sie sich die Pinselstriche an, besonders wenn es sich um ein Ölgemälde handelt. Machen Sie dann wieder einen Schritt zurück, damit Sie ein komplettes Bild haben können. Folgen Sie dann unseren Anweisungen.

  1. Informieren Sie sich über das Herstellungsjahr des Bildes, die Biografie des Künstlers und die Stilrichtung, in der er gearbeitet hat. Dann wird es Ihnen klar, warum sich der Autor für dieses Thema entschieden und diese Handlung ausgewählt hat, welche historischen Ereignisse in der Arbeit reflektiert wurden.

2. Hören Sie auf Ihre Gefühle. Nehmen wir als Beispiel den Stich "Melencolia" von Albrecht Dürers. Welche Gefühle ruft dieses Bild bei Ihnen hervor? Trübsal, Kummer, Schwermut, also – Melancholie. Bei der Analyse dieses Werkes stellen wir fest, dass wir hier drei Wissensstufen haben. Wir bewegen uns von der rechten unteren Ecke nach links: Nägel, Säge, Lineal - Symbole der Handarbeit. Als Vollendung der "physischen Stufe" gilt der Ball - der Gipfel des menschlichen Könnens im 15. Jahrhundert. In der Mitte des Bildes ist ein Engel dargestellt, der ein Buch liest. Diese Komposition steht für die Erkenntnisstufe. Je mehr man weiß, desto tiefer sieht man alles. Viel Wissen vervielfacht Trauer - das ist der Grund für die emotionalen Wunden des Mädchens auf dem Bild. Aber das Bild lässt sich auch rein auf der emotionalen Ebene analysieren.

  1. Schauen Sie sich die Proportionen genauer an. Hat der Autor die Proportionen beachtet? Wenn nicht, dann hat er das vielleicht nicht ohne Absicht gemacht. Schauen wir uns mal als Beispiel „Pferderennen in Epsom“ von Géricault an. Der Künstler verlängert die Körper der Pferde, um deren Geschwindigkeit zu betonen.

  2. Welche Bedeutung hat die Farbskala?

Jede Farbe hat ihre eigene Bedeutung. Kasimir Malevich hat mit seinem "Schwarzen Quadrat" eine Revolution gemacht, infolge deren die Farbe eigenständig und unabhängig geworden ist. Es gibt eine ganz neue Richtung entstanden, die Suprematismus heißt. So zum Beispiel steht Rot für Leidenschaft, Dynamik, Blut, Revolution, und Blau – für Ruhe, Sauberkeit, Himmel und Harmlosigkeit.

  1. Achten Sie auf die Tages- und Jahreszeiten. Der Winter könnte Stagnation symbolisieren, möglicherweise sogar auch Tod. Der Frühling ist der Anfang des Lebens und auch die Hoffnung. Die Nacht steht immer für Mysterium, Mystik und Sinnlichkeit.